Oberst von Huhn bitte zu Tisch
Gerade reinbekommen (von einer geschätzten Wegbegleiterin im Job) und angelesen: Axel Hackes neuestes Buch „Oberst von Huhn bittet zu Tisch“. Axel Hacke, Sie erinnern sich, „Der weiße Neger Wumbaba “ und so. – Sicherlich nur konsequent, dass er sich jetzt des Speisesprechs annimmt. Auch wenn das für Leser des Speisekarten-Blogs natürlich alte Hüte sind. Naja, fünf bis sieben Jahre später darf man sich des Themas durchaus mal wieder annehmen. ;-)
Liebeszauber mit Speisekarten
Da schreibt eine ehemalige Wolfsburgerin ein Buch mit Anleitungen für Romantiklegastheniker und gibt darin sogar den Tipp, die/den Liebste(n) beim Essen mit einer romantischen Speisekarte zu verzücken. – Ok, ich gebe zu, auf die Idee bin selbst ich noch nicht öffentlich gekommen.
Auf der zugehörigen Website findet sich sogar ein Link zur Speisekarten-Seite, zusammen mit Links auf weitere Seiten, die beim Gestalten von Speisekarten helfen sollen. Wie ich bei der gestern stattgefundenen sofortigen Prüfung des Buches im ortsansässigen Buchhandel jedoch feststellen musste, entgeht den Papierlesern leider der Verweis auf die Speisekarten-Seite. Schade. – Ich persönlich empfehle daher die Speisekarten-Links für Leute, die Tipps zur Gestaltung und Erstellung von Speisekarten suchen.
Porzellan-Speisekarten gesucht
Heute erreicht mich der Hinweis, dass in Agatha Christies Roman „Alter schützt vor Scharfsinn nicht“ (ein Krimi mit Tommy und Tuppence Beresford) eine Porzellan-Speisekarte eine Rolle spielt: Die Porzellankarten werden in einem Schrank gefunden und das darauf beschriebene Menü wird in den Erinnerungen immer wieder genannt. Es ist der Tag, an dem der Zensus erhoben wird und jeder, der sich im Haus befand einen Fragebogen ausfüllen musste. – Frage: Wer kennt den Roman und den Verweis auf die Porzellankarten genauer?
Noch ein Gastrowörterbuch
Gastrowörterbücher gibt es schon mehr als genug. Das Neueste kommt jetzt aus Hamburg von einem weiteren passionierten Speisekarten-Sammler:
Die Tücken und die Geheimnisse der internationalen Speisekarten hat sich der Hamburger Patentanwalt Joachim Glaeser, Jahrgang 1939, vorgenommen. Er übersetzte Gerichte, Lebensmittel und spezielle Ausdrücke ins Deutsche und Englische. Hätten Sie gedacht, daß der Zusatz "à discrétion" keineswegs etwas zu verschweigen hat, sondern Ihnen erlaubt, so viel zu essen, wie Sie mögen? Ebenso wenig ist mit Zuppa romana eine Suppe gemeint, sondern ein mit Likör getränkter Biskuitkuchen, belegt mit kandierten Früchten und serviert mit Vanillesauce.
[ via: Hamburger Abendblatt ]
Herr Glaeser übersetzt Deutsch und Englisch. Wer Übersetzungen in weitere Sprachen braucht, dem empfehle ich die Gourmetpedia. Und für den oben beschriebenen Zweck einfach das Kochwissen von den Kochpiraten. Die Arbeit von Herrn Glaeser in allen Ehren, aber auf den beiden genannten Seiten findet man sicherlich mindestens genauso viele Begriffe wie in Glaeser’s Menü.
Bei Gourmetpedia und Kochpiraten lohnt sich übrigens das Mitmachen. Denn die Ergebnisse Ihrer Bemühungen sind sofort im WWW frei verfügbar (und man muss nicht auf die nächste kostenpflichtige Ausgabe warten).
PS1: Die Website zum Buch ist eine Marketing-Site der unangenehmsten Art. Sie lädt extrem langsam (da grafiküberlastet), dokumentiert einen – für einen Verlag ziemlich peinlichen – Deppenapostroph auf der abgebildeten Titelseite und enthält ansonsten keinerlei Nutzinformationen.
PS2: Wenn das so weiter geht (das alle möglichen Leute Bücher über Themen schreiben, über die es schon zig Bücher gibt), dann schreibe ich doch noch ein Buch über Speisekarten :-))
Verlosung: Wer nichts wird, wird Wirt.
Gerade gelesen und für gut befunden: Wer nichts wird, wird Wirt. von Markus Frankl – Ich verlose ein Exemplar unter den Lesern, die hier in den Kommentaren eine Begründung hinterlassen, warum ausgerechnet sie dieses Buch bekommen sollten ;-)
Der Klappentext übertreibt, denn das Buch ist eher die Biographie eines Konzeptes und des dahinterstehenden Menschen als ein Ratgeber für Gastro-Einsteiger (da empfehle ich Der clevere Gastronom).
Geheimnisse der Gastronomie werden nicht gelüftet, dafür lässt es sich locker entspannt an einem Nachmittag runterlesen. An der ein oder anderen Stelle ist es für meinen Geschmack etwas zu betont lustig/locker geschrieben. Aber anschließend hat man das Gefühl dabei gewesen zu sein und etwas gelernt zu haben – was natürlich nur bedingt stimmt ;-)
Die Grundaussage des Buches bestätige ich: Sei du selbst, mach dein eigenes Ding, stehe dazu. Und sei arbeitswillig – denn gerade die Gastronomie ist kein Honigschlecken sondern ein sehr forderndes Handwerk. Menschen, die glauben mit einem durchgelesenen Kochbuch, etwas Kleingeld, einer Zapfanlage und Gottvertrauen eine Kneipe aufmachen zu können, scheitern bereits bevor sie richtig angefangen haben. – Von wegen: Wer nichts wird, wird Wirt. – Wirt sein ist ein Knochenjob, glaubt es ruhig.
Morgenimbisz an des lantgraven hove ...

Dank eines Sammler-Freundes habe ich vor ein paar Wochen ein hochinteressantes Buch zu meiner Sammlung hinzufügen können.
Darin finden sich viele spannende Informationen zur Geschichte der Speisekarte und über 60 Abbildungen historischer Speise- und Menukarten.
Vielen Dank an die Wirtschaftsbetriebe der Wartburg, die es mir schnell und unkompliziert per Post zukommen liessen.
Mehr dazu unter Buchempfehlungen.
