Speisekarten-Blog

iBeacons an ÖPNV-Haltestellen

Eingetragen am 2016-01-05 23:01 von Thorsten Sommer unter #andererseits.

Hoffentlich arbeitet schon jemand an dieser Idee (wenn nicht, melde ich hiermit Urheberschaft an ;-)): iBeacons an allen Haltestellen des ÖPNV installieren und mit der passenden App die Abfahrtzeiten (natürlich live) pushen.

Vorteile: Die Ortung funtioniert auch in der U-Bahn. Teure Anzeigetafeln und Pläne für die Abfahrtzeiten können entfallen. Und wenn der Kanal schon etabliert ist, kann darüber gleich das passende Ticket gelöst werden. Dann noch iBeacons in die Fahrzeuge, und Ticketverkauf und Kontrolle gehen deutlich schneller. Volle Anonymität kann gewährleistet werden. Und die Nutzer werden wieder unsichtbar, sobald sie Fahrzeug und Haltestelle weit genug hinter sich gelassen haben. So weit, so praktisch. Was habe ich übersehen? Und warum gibt es das nicht längst?

Zeitschriftenverleger sind weinerliche Profitgeier

Eingetragen am 2016-01-02 11:08 von Thorsten Sommer unter #andererseits.

Ich kann das Gejammere über die Werbeblocker nicht mehr hören. Die aktuellen Versuche der Zeitschriftenverleger, Werbeblocker rechtlich anzugehen, sind einfach nur lächerlich. Verfahren statt Content. Der Schuss geht auf jeden Fall nach hinten los.

Erste Fehleinschätzung des jammernden VDZ, vertreten durch Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer, in einer aktuellen dpa-Meldung: „[ … ] Content soll frei und umsonst und in bester Qualität verfügbar sein.“ – So ein Quatsch. Content sollte beste Qualität haben, meinetwegen, sonst lohnt sich das Lesen ja nicht. Frei sowieso, sonst liest es erst recht keiner. Von „umsonst“ im Sinne von „unbezahlt“ hat jedoch bisher keiner geredet. Für Content in bester Qualität zahle ich gerne. Bücher, Filme, Musik machen es schon vor. Was ich nicht akzeptiere, sind Werbung und Benutzerprofile (darum geht es den Werbetreibenden ja mittlerweile vordringlich) als Bezahlung für Content. Dann schon lieber Paywalls.

Aber da würden den Zeitungsverlegern ja erst recht die Felle davonschwimmen. Denn wer will heutzutage ernsthaft von gutem Content sprechen, wenn er an die aktuellen Presseerzeugnisse denkt (Ich sage hier nur mal: Stern, Bunte, Gala, Bild.) Für diesen Schrott würde ich natürlich nie nur einen Cent zahlen. Und viele andere wohl auch nicht.

Die werbefinanzierten Angebote vermitteln hingegen die Illusion von Gratis, weil den meisten Menschen gar nicht klar ist, was ihre persönlichen Daten wert sind. (Das ändert sich hoffentlich irgendwann einmal.) Doch mit der Werbung haben sie es mittlerweile eben deutlich zu weit getrieben. Daher sind die Argumente der Werbeblocker-Anbieter ja so richtig – schnelleres, privateres Surfen und lesbarer Content. (Ich liebe die Leseansicht in Safari; ist übrigens auch ein Werbeblocker ;-))

Statt in juristische Scharmützel zu investieren, wünsche ich mir Content in bester Qualität mit transparentem Finanzierungsmodell. Dann überlege ich mir gerne, was er mir wert ist.

Bis dahin bleibt der Werbeblocker an: ublock origin für Firefox, Adblock Plus für Safari („unaufdringliche Werbung“, was auch immer das sein soll, wird dort auch geblockt) und Blockr für meine iOS-Geräte.

Für die ganz hartnäckigen Fälle gibt es die Anti-AdBlocker-Blocklist. Und wenn alles nicht mehr hilft, dann lese ich halt anderswo – z. B. ein Buch.

Zwölf Jahre Speisekarten-Blog

Eingetragen am 2016-01-01 von Thorsten Sommer unter #interna.

Wenn man 10.000 Stunden in etwas investiert hat, dann kann man sich wohl getrost als Experte fühlen. Dann nehme ich jetzt einfach mal ein, ich sei so ein Experte. Denn seit mittlerweile fast 30 Jahren, davon jetzt schon zwölf in diesem Blog, beschäftige ich mich mit dem Thema Speisekarten.

Zwischenzeitlich habe ich so viele Karten gesehen, dass mich nur noch wenig überraschen kann. Ehrlich gesagt, machen die meisten Betriebe heute noch die gleichen Fehler wie vor Jahren. Und die guten Ideen bleiben vielfach ungenutzt. Insgesamt hat sich im Speisekarten-Umfeld in den letzten Jahren erschreckend(?) wenig getan. Aber vielleicht ist das Thema ja auch einfach ausentwickelt? Vielleicht gibt es ja keine neueren, anderen, besseren Konzepte mehr?

Auch die digitalen Karten machen es nicht wirkich besser. Masse statt Klasse, wohin man auch schaut. Da kann schon ein wenig Frust aufkommen.

Aber, wie auch in 2015, gibt es dann doch hin und wieder eine Perle. Und über diese Perlen berichte ich natürlich weiterhin. Hier auf diesem Blog, aus dem Open Web, anachronistisch selbst programmiert, ohne Facebook und Google+, dafür mit Liebe.

Ich hoffe, Sie bleiben mir auch weiterhin gewogen.

Neuer Link: MenuCard24

Eingetragen am 2015-12-22 18:19 von Thorsten Sommer unter #web-tipps.

MenuCard24 bietet fünf Formate in verschiedenen Farb- und Materialkombinationen. Dank eines einfach zu bedienenden Konfigurators kommt man recht schnell zum gewünschten Ergebnis. Individuelle Prägungen sind möglich. Ein eigenes Bindungssystem namens Speed Click vervollständigt das Angebot. Insgesamt ein solides Angebot für Einsteigerkarten.

Schwenzel bringt es wieder auf den Punkt …

Eingetragen am 2015-12-19 14:50 von Thorsten Sommer unter #andererseits.

Ruhig geworden im Speisekarten-Blog, aber nicht still. Allerdings wird es angesichts der vielen Plattformen im Web immer schwieriger sich um eine eigene Seite zu kümmern.

Die SEO-Maßnahmen der großen Speisekarten-Hersteller zeigen Wirkung. Die Speisekarten-Seite ist schon lange nicht mehr an Platz 1 der Suchergebnisse, geschweige denn auf Seite 1. Dadurch sind natürlich auch die Besucherzahlen zurück gegangen und damit die Anzahl der Kontakte via E-Mail. – Die Party im Web ist voll im Gange und der kleine, introvertierte Typ in der Ecke fällt manchem gar nicht auf. Auch wenn er selbst immer noch viel Spaß an der Party hat.

Dass es da draußen immer noch Leute gibt, denen es genauso geht, dass hat mal wieder Felix Schwenzel für mich ausgegraben:

oder nochmal anders gesagt: relevanz ist firlefanz und was kümmert es mich, ob sich die massen sich weiterhin in (sich transformierenden, aber stets ähnlich funktionierenden) massenmedien tummeln, solange ich ungeahnte möglichkeiten und potenziale habe, weiterhin die für mich relevanten randgruppen zu erreichen?

[ via: wirres.net ]

Und daher lasse ich mich auch weiterhin nicht aus der Ruhe bringen. (Felix Schwenzel spricht von „randgruppen (nerds, technikfreaks, selbstdarsteller, mitteilungswütigen)“).Die Speisekarten-Seite bleibt für Sie am Ball. Und natürlich auch für mich selbst.

Google+ ausgeschaltet

Eingetragen am 2015-11-29 14:24 von Thorsten Sommer unter #interna.

So richtig bringen es die Google+-Verweise offensichtlich nicht. Daher habe ich mir erlaubt, sie wieder auszuschalten. Demnächst findet sich dafür meine Twitter-Timeline auf der Startseite.

LMIV in Deutschland – na, und?

Eingetragen am 2015-08-07 13:33 von Thorsten Sommer unter #blogging.

Mittlerweile sind ein paar Monate nach Inkrafttreten der neuen LMIV ins Land gegangen. Und: Niemand hat es gemerkt. – Wirklich niemand? Was ist aus all den Bedenkenträgern des letzten Jahres geworden? Versuch einer Bestandsaufnahme …

Aus meiner Sicht ist die beste Lösung auch die einfachste und in Deutschland sogar zulässige:

Im Sinne einer pragmatischen Vorgehensweise könnte durch einzelstaatliche Maßnahmen festgelegt werden, dass genaue Informationen zu Allergenen/Unverträglichkeiten [ … ] auf Nachfrage erhältlich sind.

Ergo: Es braucht im Gastraum oder in der Karte nur einen Hinweis dieser Art:

Im Hintergrund muss man dann natürlich auch wirklich das entsprechende Fachwissen vorhalten. Nichts wäre wohl peinlicher als bei einer realen Nachfrage oder gar einer Kontrolle ins Nichts zu greifen.

Zwischenzeitlich habe ich auch die anderen Ansätze zur Umsetzung der LMIV gesehen: Die „Fußnotenreihen“, die „telefonbuchdicken Anhänge“, das „Kleingedruckte“ oder auch Lösungen wie diese einer großen US-amerikanischen Schnellesskette:

Inhaltlich sicherlich völlig korrekt, aber: Wollen Sie das Zeug nach dieser Lektüre wirklich noch essen?

Die (vielleicht) kreativste Cocktailkarte der Welt

Eingetragen am 2015-04-07 18:49 von Thorsten Sommer unter #blogging.

Cocktails haben mich schon immer fasziniert. Diese hochpreisigen und dekorativen Produkte schreien ja förmlich nach einer angemessen optisch opulenten Karte. In der Speisekarten-Galerie finden sich auch einige schöne Exemplare. – Aber wie so oft, lerne ich auch nach mehr als 25 Jahren immer noch dazu. Hier das neueste Glanzlicht der Kartenerstellung:

Auf die Idee ein Aufklapp-Bilderbuch draus zu machen, muss man nämlich auch erst einmal kommen. Bei genauerer Betrachtung der Bilder frage ich mich allerdings schon, wie denn die „eigentliche Karte“ aussieht. Denn das Aufklappbuch enthält vielleicht zehn bis zwölf Drinks.

Wie auch immer: Hierbei handelt es sich ohne jeden Zweifel um eine Könner-Karte.

PS: Vielen Dank (wieder einmal) an Wolfgang Mucher für den tollen Tipp.

Speisekarten richtig schreiben – Weinempfehlung

Eingetragen am 2015-02-21 07:56 von Thorsten Sommer unter #blogging.

Hier mal wieder ein ganz einfacher Trick, der Gästen und Wirten gleichermaßen hilft:

Weinempfelungen einfach im Weißraum zwischen Gerichtsbeschreibung und Preisangabe platzieren. Et voilà, fertig ist die Entscheidungshilfe für den Gast und die Abverkaufshilfe für den Wirt. Win-win. Und so einfach realisiert, dass ich nicht verstehe, warum da nicht mehr Leute drauf kommen,

Post-Privacy-Fan? Lies das …

Eingetragen am 2015-01-03 09:34 von Thorsten Sommer unter #andererseits.

Für all die Post-Privacy-Fans (und auch alle anderen): Ich bin zwar erst auf Seite 147, erteile aber schon jetzt einen Lesebefehl:

Er versicherte ihr, dass alles, was auf dem Bildschirm gewesen war, öffentlich zugänglich sei, nichts davon irgendwie peinlich, da es sich ja schließlich um eine Auswahl von Sachen handelte, die sie selbst gepostet hatte.

Und Mae wusste, dass das alles stimmte. Sie war nicht wütend über die Enthüllung ihrer Allergien. Oder ihrer Lieblingsrestaurants. Sie gab diese Informationen seit vielen Jahren ungeniert preis, und gerade das – ihre Vorlieben preiszugeben und über die anderer zu lesen – mochte sie an ihrem Onlineleben.

Also was hatte sie an Gus' Präsentation so beschämend gefunden? Sie konnte es nicht genau sagen. War es bloß die Überrumpelung? War es die Punktgenauigkeit der Algorithmen? Vielleicht. Aber andererseits, es war nicht absolut genau gewesen, also war das vielleicht das Problem? Dass eine Matrix von Vorlieben als dein Wesenskern präsentiert wurde, als Ganzes? Vielleicht war es das. Es war eine Art Spiegel, aber er war unvollständig, verzerrt.

Der Circle
Dave Eggers
ISBN 978-3-462-04675-5

Wer es dann immer noch nicht verstanden hat, dem kann ich auch nicht mehr helfen.

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