Ein Traum?
Nicht träumen, machen:
Und ich träume von einem Restaurant, in dem es keine Dienstage mehr gibt, keine Speisekarten und keine Menüvorschläge.
[ via: Zeit ]
Ich komme gerne (wieder).
Die Tester und die Speisekarten
Jetzt ist es endlich raus: Speisekarten spielen eine zentrale Rolle bei Restaurant-Testern (so kann man es jedenfalls herauslesen, wenn man will ;-) – Gourmet Report hat ein Interview mit einem Tester geführt und schon die erste Frage („Was sehen Sie sich zuerst an, wenn Sie ein Restaurant oder ein Hotel betreten?“) liefert die entscheidende Antwort:
Das, was jeder andere Gast auch anschaut: die Fassade, das unmittelbare Umfeld, die Sauberkeit und den Zustand des Hauses. Bei Restaurants lese ich die Speisekarte sehr aufmerksam. Ist sie länger, könnte es darauf hinweisen, dass nicht alle Produkte frisch sind, sondern tiefgefroren. Wenn sie dagegen kurz ist und nur wenige Gerichte aufweist, womöglich von Hand auf eine Schiefertafel geschrieben wurde, könnte es darauf hindeuten, dass der Koch die Produkte am selben Morgen persönlich auf dem Markt gekauft hat. [ &hellip ]
[ via: Gourmet Report ]
Meiner Ansicht nach natürlich genauso selbstverständlich wie erfreulich. Jetzt sollten diese Tatsache nur noch einige Gastronomen beherzigen ;-)
Im Rest des Interviews gibt es viele weitere interessante Einzelheiten aus dem Leben eines Testers. Ob man einen Tester wirklich an Kennzeichen und Reifenmarke erkennt, bleibt allerdings unbeantwortet.
Interaktive Weinkarte?!
Eine interaktive Weinkarte – sozusagen „Weinkarte 2.0“ – hört sich gut an. So eine Karte soll es in der Wein Kultur Bar in Dresden geben:
Die Weinliste dieser Weinbar ist im Grunde genommen keine Weinkarte – nicht nur weil sie auf Grund ihrer insgesamt 250 gebundenen Seiten ein ziemlich dicker Weinschmöker ist. Der Sommelier aus Leidenschaft weiss natürlich, dass jeder einen individuellen Wein-Geschmack hat. Deshalb verzichtet er auf ellenlange Deklarationen und fordert stattdessen den Gast dazu auf, den empfundenen, ganz persönlichen Eindruck neben dem jeweiligen Wein auf der Karte zu verewigen. Auch für die eine oder andere Anekdote ist dort Platz. So soll eine lebendige Karte entstehen, die den Gästen erlaubt, von den Erfahrungen ihrer „Vor-Trinker“ zu profitieren.
[ via: the drink tank ]
Interaktive Karten sind leider viel zu selten. Wenn ich Mario Scheuermann richtig verstanden habe, führt dieser Ansatz zu einer Art Weinkarte 2.0, auf der sich die Gäste untereinander austauschen. Bin äußerst gespannt darauf und habe daher beim Besitzer nachgefragt. Ergebnis folgt
Ganz mutige Gastronomen könnten dieses Konzept ausweiten und in der Karte zu allen Produkten Kommentarfelder für die Gäste vorsehen. Wer traut sich? :-)
Kinderkarte für Fortgeschrittene: Babykarte
Irgendwann musste es ja soweit sein: Jetzt kommt die Babykarte, damit schon die Kleinen in die große Warenwelt eingebunden werden (na gut, wie so oft auch in diesem Fall geht es natürlich um die Eltern):
Es gibt Hochstühle, Laufställe, Flaschenwärmer und sogar einen Parkplatz für Kinderwagen. Auf der Speisekarte werden zahlreiche Babybreie angeboten, zum Beispiel für Babys ab dem vierten Monat Bio-Getreidebrei Haferflocken für 2,50 Euro.
[ via: Echo Online – Dippegucker ]
Anders als die „normalen“ Kinderkarten – an deren Stelle ja einfach nur kleine(re) Portionen angeboten werden sollten – handelt es sich bei einer Babykarte wohl um einen echten Mehrwert für Kunden und Betreiber. Denn die Produkte sind natürlich hochspeziell für diese eine Kundengruppe. Und werden sich im Rahmen einer Mischkalkulation wohl auch rechnen.
Ärger mit dem Bedienungsgeld
Während in Deutschland die in der Karte angegebenen Preise Inklusivpreise sein müssen, gelten in anderen Ländern auch andere Regeln:
Und dann die Rechnung. "An optional service charge will be added to your bill", ist auf der Speisekarte vermerkt, und man hat die Drohung wahrgemacht: Eine Bedienungsgebühr in Höhe von 12,5 Prozent der Rechnungssumme wurde aufgeschlagen.
[ via: FR-online ]
Das kann uns in Deutschland nicht passieren. Ich empfehle allerdings das Trinkgeld auch hier immer in bar und an die jeweilige Person auszuzahlen, gerade bei Kreditenkartenzahlung – so halte ich es jedenfalls persönlich.
Adrià nicht auf der documenta
Wäre ja beinahe ein Grund gewesen zur documenta zu fahren, hat sich jetzt aber leider erledigt:
Nun gibt es aber gar keine Adrià-Präsentation, auf der Documenta hängt nur eine einsame Speisekarte von Adriàs Restaurant "El Bulli‘‘, und jeden Tag werden unter den Documenta-Besuchern zwei ausgesucht, die eine Reise ins "El Bulli‘‘ an der Costa Brava spendiert bekommen.
Zur Begründung seines Nichterscheinens sagte Adrià zur Documenta-Eröffnung nur, eine Küche könne man eben "nicht in ein Museum packen‘‘. Egal, nun richtet Kofler in Kassel nicht auf dem Documenta-Gelände, sondern nur auf Aktionen von Hauptsponsoren das Catering aus, und es wird, passend zu Adrià, Molekularküche geben.
[ via: Süddeutsche ]
Neben diesem Hinweis ist aber auch der Rest des zitierten Artikels über die sich verändernde deutsche Esskultur durchaus lesenswert.
Schlechte Scherze
Haha. Wer sich sowas ausdenkt ist nicht mehr ganz dicht – und witzig schon lange nicht mehr:
Mitte Juni 2004 hatten die Unbekannten im Namen der Exekutive Gastronomen zum Abliefern ihrer Speise- und Getränkekarten aufgefordert, mit der Begründung: "Kleiner Brauner" sei eine Tarnbezeichnung für Cannabisprodukte.
[ via: derStandard.at ]
Ohne Sinn und Verstand, diese Leute. Ohne Sinn und Verstand. Nicht ganz so dreist wie dieser Abzocker, aber trotzdem mehr als nur ärgerlich. Also, liebe Gastronomen: Nicht gleich ins Bockshorn jagen lassen!
Karte einkochen
Wer wissen möchte, wie man eine Karte „einkocht“, der schaut ins Ochsenblog:
Wenn eine neue Karte kommt und wir diese vorbereiten und das erste mal kochen nennen wir das einkochen. So lange bis alles sitzt.
[ via: Ochsenblog ]
So ist es richtig. Siehe auch „Aktualisierung von Speisekarten“.
Einmal die 143, immer die 143?
Überprüfen kann ich folgende Behauptung bzgl. Karten in chinesischen Restaurants leider nicht – da esse ich viel zu selten (u. a. aus den gleichen Gründen, die auch im bezogenen Artikel enthaltenen sind ;-)). Was meinen meine Leser?
Auf Abenteuer muss der Gast sich nicht einlassen, was auf der Karte detailliert beschrieben steht, genau das ist im Gericht auch drin: Hühnerfleisch mit Paprika und Bambussprossen, Teigtaschen mit Schweinehackepeter und Chinakohl. Ob man nun im Januar in Gelsenkirchen die Nummer 63 oder im Juni in Kassel die 143 bestellt, ist ziemlich egal, die Speisekarten, in Plastik eingeschweißt, sind meistens die gleichen.
[ via: Der Tagesspiegel ]
Ist die 143 in Gelsenkirchen das gleiche Gericht wie in Kassel? Konkret: Welches Gericht verbirgt sich hinter der 143 im jeweiligen Restaurant? Bin auf eure Antworten gespannt – und vor allem darauf, wie viele Doppelte es wohl geben wird :-))
Beste Spanien-Weinkarte 2007 gesucht
Solche Wettbewerbe sieht man ja häufiger:
Eine Fachjury, bestehend aus der Sommelière und Gastronomin Christina Fischer, den Fachjournalisten David Schwarzwälder und Jürgen Mathäß sowie dem Chefredakteur des GaultMillau Magazins, Michael Tempel, wird die eingesandten Weinkarten entsprechend der folgenden Gesichtspunkte begutachten:
Die Bewertungskriterien
- das Verhältnis spanischer Weine zu den übrigen Weinen auf der Weinkarte,
- die Kreativität und Vielfalt bei der Auswahl der Weine,
- die Ausgewogenheit in Bezug auf Herkünfte und Qualitäten,
- die faire Kalkulation für den Gast,
- die grafische Gestaltung der Weinkarte,
- die Rechtschreibung sowie die korrekte und vollständige Bezeichnung.
[ via: Gourmet Report ]
Wenn man sich die letzen Bewertungskritierien ansieht, fragt man sich natürlich, warum ich nicht in der Jury sitze ;-) (oder die Kollegen von Gastro-Text.)
